Pera Coda gleich Disco Elysium in der Zeitschleife? Neues Narratives Adventure stellt ambitioniertes Konzept vor
Keine Angst davor, hoch zu stapeln
Zurückhaltend ist das neu gegründete Studio Falan nicht in Bezug auf ihre erste Videospielproduktion. Psychologisch so tiefgründig wie Disco Elysium, explorativ spannend wie Outer Wilds und spielmechanisch so durchdacht wie 12 Minutes soll das Erstlingswerk sein. In den Trailern sieht das Projekt gut aus und das Konzept ist vielversprechend: Pera Coda ist ein Abenteuer, das Fokus auf Narrative und Welt legt, ohne Kampfsystem oder Zeitdruck und mit mehr als einer Zeitschleife, die es zu entschlüsseln gilt.
Das ist dann auch der große Unterschied und vielleicht auch die Stärke von Pera Coda im Vergleich zu 12 Minutes, dessen Zeitschleifen-Mechanik für einige schnell den Reiz verloren hatte. In dem Abenteuer des türkischen Studios Falan bauen die Schleifen aufeinander auf und können sich gegenseitig beeinflussen. Dabei geht es nicht nur darum, eine Art Rätsel zu lösen, sondern die Narrative mit den eigenen Entscheidungen zu formen. Das geschieht über eine Masken-Mechanik, mit der man die gesamte Geschichte beeinflussen kann und womit die Parallele zu Disco Elysium gezogen werden soll. Auch wenn es schwer sein dürfte, in diese Fußstapfen zu treten und der Ankündigung gerecht zu werden, bedenkt man, wie viele Spiele sich einen ähnlichen Tiefgang auf die Fahne schreiben.
Die dritte und vielleicht prägnanteste Parallele ist aber der Vergleich zu Outer Wilds, denn Pera Coda wird viel zu erkunden bieten. Eine der Besonderheiten des Abenteuers ist sein Setting. So spielt es nicht einfach in einer erdachten Stadt, sondern in einer surrealistischen Version Istanbuls, in der sich das Stadtbild und verschiedene ikonische Plätze wiederfinden.
In der Iso-Perspektive steuert man den Anwalt Denoiz, der zwischen Leben und Tod gefangen ist und bestimmte Erinnerungen seines Lebens immer wieder erlebt, bis es zu einem emotionalen Durchbruch kommt. Die Point-and-Click-Mechaniken passen gut zum neon-noir-Style, den sich das Spiel auf die Fahne schreibt. Laut Pressemitteilung in Pera Coda traumatische Erinnerungen ans Tageslicht und Geheimnisse werden gelüftet – alles in einer sich stetig weiterentwickelnden Welt.

Wie wichtig die Welt bzw. das Setting ist, betont das Entwicklerteam noch einmal: „Das ist sowohl eine Liebeserklärung an unsere Stadt als auch eine universelle menschliche Geschichte über Schuld, Reue und die Suche nach Frieden“, so Ahmet Kazanci, Art Director bei Pera Coda. Er erklärt, dass das Spiel „in einer surrealen Neuinterpretation Istanbuls verwurzelt ist, mit echten Orten, die voller lokaler Nuancen und emotionaler Texturen sind, wie man sie in Spielen selten findet. Istanbul wird zur Bühne und zum Spiegel, wo Ost und West aufeinandertreffen, Chaos und Ruhe sich vermischen und jeder Stadtteil ein Stück deines zerbrochenen Selbst widerspiegelt.“
Einen Releasetermin hat Pera Coda noch nicht - sobald es soweit ist, erscheint das Abenteuer auf PC via Steam.
Antonia Dressler ist fest bei IGN Deutschland angestellt. Gerade wenn es um Thriller geht, stellt sie immer wieder fest, welche Möglichkeiten Videospiele gegenüber Filmen und Büchern haben. Zu finden ist sie außerdem auf



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